Päivä 1 · 8 huhtikuu
Zafra – Villafranca de los Barros: Weinberge im Morgenlicht
Zwischen den Rebstöcken bin ich eine Stunde lang niemandem begegnet. Nur Lerchen. Ich habe laut gelacht vor Glück, und niemand hat es gehört.
Ich bin achtundfünfzig, Lehrerin in Freiburg, und ich gehe seit zehn Jahren allein. Den Francés habe ich zweimal gemacht und beim zweiten Mal in Sarria beschlossen, dass ich keine Menschenschlangen mehr will. Eine Kollegin sagte: «Dann die Vía de la Plata, aber nimm Wasser mit.» Sie hatte in beidem recht.
Zafra ist ein Schmuckstück und der ideale Start: Plaza Grande, Plaza Chica, ein Frühstück mit Tostada, Olivenöl und geriebener Tomate, das ich seither jeden Morgen zu Hause nachmache. Der Weg führt schnurgerade aus der Stadt, durch Weinberge und Olivenhaine, und schon nach zwanzig Minuten ist man allein. Wirklich allein: eine Stunde lang nur Lerchen, ein Traktor in der Ferne, der Wind in den Reben. Ich habe laut gelacht vor Glück, und niemand hat es gehört.
Villafranca
Villafranca de los Barros lebt vom Wein, und die Einheimischen grüßen jeden Pilger, weil sie so wenige sehen. Die Wirtin der Pension hat mir ein Stück Käse zum Abendessen geschenkt und gefragt, ob ich keine Angst hätte, so allein. Ich habe gesagt: nein, nur vor der Etappe morgen. Sie hat gelacht und mir einen zweiten Liter Wasser eingepackt.
- Etäisyys
- 19,8 km
- Mieliala
- Säteilevä
- Yövyin:
- Pension in Villafranca