Die Etappe, Schritt für Schritt
Von Saint-Jean-Pied-de-Port nach Orisson
Schon der Start in Saint-Jean-Pied-de-Port zeigt, was dich auf dieser Etappe erwartet. Du kommst durch Huntto und Orisson, während der Weg über grasbewachsene Pfade und durch Buchenwälder an Höhe gewinnt. Teile deine Kräfte gut ein, denn der lange Aufstieg liegt noch vor dir.
Der Aufstieg zum Lepoeder
Zwischen km 12 und 16,5 bewältigst du 202 m Aufstieg. Je näher du dem Collado Lepoeder kommst, desto weiter öffnet sich die Landschaft. Doch die Anstrengung ist damit noch nicht vorbei: Zwischen km 17,5 und 19,8 folgen weitere 134 m Höhenunterschied bei einer durchschnittlichen Steigung von 6%.
Der Abstieg über Ibañeta oder den kurzen Pfad
Vom Lepoeder kannst du den direkten, steilen Abstieg nehmen oder auf der asphaltierten Strecke über den Alto de Ibañeta weitergehen. Die zweite Variante verlängert die Strecke, ist aber bei aufgeweichtem Boden oder müden Beinen oft angenehmer.
Von Ibañeta nach Roncesvalles
Der letzte Abschnitt führt auf einem Waldpfad hinunter nach Roncesvalles. Zwischen km 19,8 und 23,9 verlierst du 476 m bei einer durchschnittlichen Steigung von 11,4%. Geh hier ruhig und aufmerksam, denn vor dem Einzug in Orreaga / Roncesvalles rutscht man leicht aus oder überlastet die Knie.
Sehenswertes auf Etappe 1
Ruta de Napoleón
Dieser Pyrenäenübergang gehört zur historischen Route des Camino Francés und ist auch als Ruta de Napoleón bekannt. Der Aufstieg macht dir gleich am ersten Tag klar, dass keine Übergangsetappe, sondern eine echte Bergquerung vor dir liegt.
Collado Lepoeder
Hier liegt der entscheidende Punkt der Etappe: Du wählst, wie du nach Roncesvalles absteigen möchtest. Von hier beginnen sowohl die kürzere, steilere Variante als auch die asphaltierte Alternative über Ibañeta.
Capilla del Alto de Ibañeta
Die kleine Kapelle liegt auf 1057 m und besitzt ein Denkmal für Roldán. Sie ist einer der bekanntesten historischen Punkte des Camino in den Pyrenäen und ein guter Orientierungspunkt vor dem Schlussabstieg.
Roncesvalles
Mit der Ankunft in Roncesvalles endet die Pyrenäenquerung. Der Ort ist eng mit der Schlacht von Roncesvalles aus dem Jahr 778 verbunden. Nach dieser anspruchsvollen Etappe hat die Ankunft in Orreaga / Roncesvalles eine besondere Bedeutung.
Wo du in Roncesvalles übernachten kannst
Das größte Übernachtungsangebot findest du vor dem Start in Saint-Jean-Pied-de-Port: etwa im Refuge Municipal „Ospitalia“, im Refuge Municipal Accueil Pelerin, in Itzalpea, im Gite Makila oder im Beilari. Zwischen Saint-Jean und Roncesvalles solltest du nicht auf eine spontane Unterkunft zählen. Wenn du am Ziel übernachten möchtest, reserviere am besten im Voraus.
Wo du essen und Kraft tanken kannst
Saint-Jean-Pied-de-Port bietet die beste Möglichkeit, dich vor dem Start zu versorgen, etwa bei Le Kawa, Comme a la maison, Restaurant Les Pyrénées und La Vieille Auberge - Chez Dédé. In Uhart-Cize gibt es Bar Snack Pausa und weiter auf dem Weg Ferme Thurburia. Plane die Etappe trotzdem nicht als Strecke mit regelmäßigen Bars: Nimm von Anfang an ausreichend Verpflegung mit.
Praktische Tipps für diese Etappe
Vor Sonnenaufgang starten
Diese Etappe ist extrem anspruchsvoll. Es empfiehlt sich, sehr früh aufzubrechen, gegebenenfalls zwischen 4 und 5 Uhr morgens, damit du vor Einbruch der Dunkelheit genügend Zeit hast. Plane sie nur ein, wenn du für einen langen Tag im Hochgebirge vorbereitet bist.
Wasser und Essen einpacken
Der Bergabschnitt zwischen Saint-Jean-Pied-de-Port und Roncesvalles bietet nur sehr wenige Versorgungsmöglichkeiten. Die Quellen Apez Iturria, Errolanen iturria und Andre Mariaren iturria liegen erst in der Nähe des Ziels und helfen dir beim Hauptaufstieg nicht weiter.
Schlamm verändert die Etappe
Bei Regen können die Wege stark verschlammen. Trage wasserdichte Schuhe mit gutem Profil und ziehe bei schwierigen Bedingungen die Variante über die N-135 in Betracht – dort ist besondere Vorsicht nötig.
Wettervorhersage prüfen
Schnee und Nebel können den Pyrenäenübergang gefährlich machen, besonders zwischen Dezember und März. Informiere dich vor dem Aufbruch über die Bedingungen und erzwinge die Etappe nicht bei schlechter Sicht.
Häufige Fragen zur Etappe 1
Wie viele Kilometer hat die Etappe von Saint-Jean-Pied-de-Port nach Roncesvalles?
Sie ist 24,2 km lang und dauert durchschnittlich 5,4 Stunden. Die Höhenmeter und der Zustand des Weges können den Tag jedoch deutlich verlängern.
Welcher Abschnitt ist der schwierigste?
Der Gesamtaufstieg beträgt 1.290 m, mit zwei markanten Anstiegen vor dem Lepoeder. Auch der Schlussabstieg ist anspruchsvoll: Zwischen km 19,8 und 23,9 verlierst du 476 m bei einer durchschnittlichen Steigung von 11,4%.
Gibt es unterwegs Versorgungsmöglichkeiten?
Zwischen Saint-Jean-Pied-de-Port und Roncesvalles ist das Angebot sehr begrenzt. Am besten startest du mit Wasser und Essen für den ganzen Tag und verlässt dich nicht darauf, mitten im Gebirge eine Bar zu finden.